Die Spa-Saison beginnt – und plötzlich sucht man den „Alleskönner
- Andrea Sagmeister

- 11. März
- 2 Min. Lesezeit
Die Sommersaison steht vor der Tür, und damit beginnt auch wieder die bekannte Phase: saisonal geöffnete Hotel-Spas suchen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Wellnessbereich. Sofort taucht die klassische Frage auf: Wen stellen wir ein, der möglichst alles kann?
Die Wunschliste ist meistens beeindruckend.Die neue Kollegin soll Kosmetik können, Maniküre, Pediküre und natürlich mehrere Massagearten – am besten vier oder fünf. Wenn sie zusätzlich noch Körperpeelings, Körperpackungen, Ayurveda-Behandlungen und vielleicht auch Waxing anbietet, umso besser.
Der Spa-Menüplan ist dann oft so lang wie die Donau.
Zumindest auf dem Papier.
Im Bewerbungsgespräch zeigt sich dann oft ein anderes Bild. Die Realität ist meist viel einfacher: Gäste buchen hauptsächlich Massagen. Maniküre oder Pediküre gab es vielleicht seit Jahren nicht mehr, weil niemand mit dieser Qualifikation im Team war. Der Spa-Bereich ist häufig kein eigenständiger Betriebsteil des Hotels, sondern läuft irgendwie „mit“. Produktverkauf? Gibt es nicht.Spa-Rezeption? Auch nicht.
Die Gäste gelangen über die Hotelrezeption in den Spa-Bereich – wenn sie überhaupt wissen, dass es ihn gibt.
Und wenn gerade kein Gast da ist? Dann kann man ja ein bisschen mithelfen: Handtücher sortieren, kleine Arbeiten erledigen, vielleicht im Garten die verblühten Blumen abschneiden. Teamarbeit eben.
Das Problem ist nicht, dass kleine Hotelspas wenig Möglichkeiten hätten. Ganz im Gegenteil. In vielen Fällen steckt viel Potenzial in ihnen.
Oft fehlt jedoch ein klares Konzept.
Die Spa-Menüs bleiben jahrelang unverändert, weil es bequem ist. Sie wurden einmal von einer Kosmetikfirma erstellt und dann einfach übernommen. Viele Behandlungen stehen auf der Liste – auch wenn sie kaum gebucht werden.
Dabei könnte man gerade aus kleineren Spa-Bereichen wunderbare, exklusive Private-Spa-Erlebnisse entwickeln. Mit einem auf das Hotel zugeschnittenen Menü, mit saisonalen Angeboten, mit Behandlungen, die wirklich zur Zielgruppe passen.
Ein gutes Spa muss nicht alles anbieten.

Es muss das Richtige anbieten.
Denn der Gast weiß oft gar nicht, was er genau möchte. Genau hier beginnt die Aufgabe des Spa-Teams: den Gast zu führen. So wie wir Zimmer empfehlen oder ein gutes Dinner im Restaurant, können wir auch Spa-Erlebnisse empfehlen – abgestimmt auf die Bedürfnisse des Gastes.
Genau dafür gibt es Spa-Audits.Sie helfen zu erkennen, was wirklich funktioniert, wo Potenzial verborgen ist und wie man Schritt für Schritt ein stimmiges Spa-Konzept entwickeln kann.
Denn ein langes Spa-Menü macht noch keinen erfolgreichen Spa.
Ein gutes Konzept schon.




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