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Eine Szene aus der Praxis – warum ein Executive Audit manchmal früher helfen würde als ein neues Teammitglied

  • Autorenbild: Andrea Sagmeister
    Andrea Sagmeister
  • 31. März
  • 2 Min. Lesezeit

Manchmal sitzt man in einem Gespräch und weiß nach wenigen Minuten, warum ein Betrieb eigentlich ein Audit bräuchte – noch bevor jemand eingestellt wird.

Diesmal war es kein Wellnesshotel, sondern ein sehr schönes, modernes Beauty-Studio in der Stadt. Stilvolles Ambiente, ruhige Kabinen, durchdachtes Design, freundliche Atmosphäre. Auf den ersten Blick ein klar geführtes Unternehmen.

Die Studioleiterin führt gerade ein Bewerbungsgespräch.Die Stimmung ist offen, respektvoll, fachlich interessant. Man spricht über Erfahrungen, über Behandlungen, über Kunden, über Möglichkeiten für die kommende Saison. Dann kommt der Moment, den ich in meiner Arbeit immer wieder erlebe.

Die Leiterin fragt die Bewerberin, welche neuen Treatments sie sich für den Sommer vorstellen könnte. Das Notizbuch kommt auf den Tisch. Der Stift wird gezückt.

Ich nenne ihn gerne die „Pulitzer-Feder“ –der Moment, in dem der Patient diktiert und der Arzt schreibt.

Ideen entstehen, Konzepte werden entwickelt, neue Behandlungen werden praktisch im Bewerbungsgespräch geplant.Engagement ist da, Motivation ist da, Kreativität ist da.

Und dann kommen die Erwartungen. 10-Stunden-Tage, exakt durchgetaktet.Behandlung nach Behandlung, mit klar definierten Zeitfenstern. Der Kunde soll begeistert sein, wiederkommen, am besten jeden Monat.Die Behandlung soll so gut sein, dass der Gast sagt:„Ohne diese Behandlung kann ich nicht mehr leben.“

Der Produktverkauf soll während der Behandlungszeit stattfinden. Mindestens drei Produkte pro Termin, besser vier – wegen Systempflege.

Die Terminplanung übernimmt die Rezeption. Die Beratung macht auch die Leitung mit, und wenn die Chefin entscheidet, dass eine andere, teurere Behandlung besser passt, dann wird umgebucht. Alles nachvollziehbar. Alles mit guten Absichten. Alles mit dem Ziel, Qualität zu liefern. Dann kommt die Frage nach dem Gehalt.

Kurz wird es still. Die Erwartungen sind sehr konkret. Die Struktur wirkt streng. Die Verantwortung hoch.

Aber die wichtigste Frage bleibt offen: Passt dieses System überhaupt zusammen?

Genau an diesem Punkt wäre ein externer Blick hilfreich gewesen.

Ein Executive Audit zeigt sehr schnell,

warum Fluktuation entsteht, warum Teams unter Druck geraten, warum Umsatz nicht stabil wächst, warum gute Ideen im Alltag verloren gehen, und ob die eigenen Erwartungen überhaupt realistisch sind.

Nicht als Kritik, als Kontrolle, sondern als Klarheit.

Denn ein erfolgreiches Spa oder Beauty-Studio braucht mehr als Motivation, schöne Räume und gute Produkte. Es braucht Struktur, klare Rollen, realistische Abläufe und ein Konzept, das im Alltag funktioniert.

Und genau das wird in einem Audit sichtbar.


 
 
 

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